

Battle for Middle-earth II: Rise of the Witch King
- Erscheinungsjahr:2006
- Genres:RTS
- Entwicklerstudio:EA Los Angeles
- Publisher:Electronic Arts
- Plattformen:PC
- Serie:The Battle for Middle-earth
Battle for Middle-earth II: Rise of the Witch King von EA Los Angeles, erschienen 2006, ist eine eigenständige Erweiterung zur Tolkien-basierten Strategiespielreihe, die sich auf die Geschichte von Angmar und dessen namenlosem König konzentriert, der später zum Anführer der Nazgûl wurde. Die Erweiterung bot eine vollwertige Kampagne, die die Eroberung der nördlichen Menschenreiche lange vor den Ereignissen von Der Herr der Ringe erzählte — ein seltener Fall, in dem ein Lizenzspiel wenig erforschte Teile des Kanons aufgreift.
Spielerisch baute Rise of the Witch King auf dem Fundament des zweiten Teils auf, brachte die neue spielbare Fraktion Angmar mit einzigartigen Einheiten wie Eistrollen und Wargs und erweiterte das Rollenspielelement durch ein Helden-Progressionssystem. Die Kampagnenkarte wurde weniger linear: Der Spieler wählte selbst die Reihenfolge der Provinzübernahmen, was das Gefühl strategischer Planung statt bloßen Folgen der Story verstärkte.
Visuell hielt das Spiel souverän mit den Maßstäben seiner Zeit mit — die düsteren, verschneiten Landschaften Angmars und die von der dunklen Ästhetik Mittelerdes inspirierte Architektur wirkten überzeugend und atmosphärisch. Der musikalische Begleittrack, der an Howard Shores Stil erinnerte, schuf die nötige epische Stimmung, obwohl der Soundtrack insgesamt etwas weniger einprägsam war als die Originalfilme.
Das Hauptproblem der Erweiterung blieb die künstliche Intelligenz, die selbst nach Maßstäben von 2006 vorhersehbar agierte und erfahrenen Spielern keine wirkliche Herausforderung bot. Der Mehrspielermodus litt trotz der neuen Fraktion unter Balanceproblemen, und der kompetitive Aspekt erreichte nie die Tiefe, die eine langfristige Community hätte sichern können.
Heute gilt Rise of the Witch King als solides, aber etwas unterschätztes Add-on, das den richtigen Kurs einschlug — weg vom direkten Nacherzählen der Bücher hin zu apokryphen Geschichten Mittelerdes. Für RTS-Fans und Tolkien-Enthusiasten ist es nach wie vor ein interessantes Relikt einer Zeit, in der AAA-Lizenzspiele sich noch kreative Freiheiten leisten konnten.
Quellen
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